Berenike Wiener

Berenike Wiener

„Nachhaltige Geldanlagen sind kein Nischenthema mehr. Stiftungen können Nachhaltigkeitskriterien bereits in den Investitionsprozess einbauen und von vornherein ethisch nicht vereinbare Investitionsbereiche ausschließen.“

Head of Sustainable Finance
Stiftung “Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung”, Berlin

Bere­ni­ke Wie­ner ist ins­be­son­de­re für die nach­hal­ti­ge Ver­an­la­gung des Stif­tungs­fonds mit einem AuM von über 24 Mil­li­ar­den Euro ver­ant­wort­lich. Wie­ner ver­fügt dar­über hin­aus über eine aus­ge­wie­se­nen Exper­ti­se im Stif­tungs­ma­nage­ment. Zuvor war Frau Wie­ner vie­le Jah­re als Geschäfts­füh­re­rin im Non Pro­fit-Bereich tätig, wo sie umfas­sen­de Per­so­nal­füh­rungs- und Manage­men­ter­fah­run­gen erwor­ben hat. Sie hält zahl­rei­che Vor­trä­ge auf natio­na­len und inter­na­tio­na­len Podi­en, ver­öf­fent­licht Publi­ka­tio­nen zu finanz­wirt­schaft­li­chen The­men und ver­tritt die deut­schen Stif­tun­gen im Anla­ge­aus­schuss der Bör­se Han­no­ver. Seit Anfang 2015 ist sie zer­ti­fi­zier­te Finan­ci­al Con­sul­tant / Finan­ci­al Plan­ner der Frank­furt School of Finan­ce and Manage­ment und wird ihren Mas­ter of Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on im Früh­jahr 2017 abschlie­ßen.

Zur Stif­tung:
Der Fonds zur Finan­zie­rung der kern­tech­ni­schen Ent­sor­gung („Atom­fonds“) mit Sitz in Ber­lin ist eine 2017 gegrün­de­te Stif­tung des öffent­li­chen Rechts, die die lang­fris­ti­ge Finan­zie­rung der End­la­ge­rung des deut­schen Atom­mülls sicher­stel­len soll.

Nach der Reak­tor­ka­ta­stro­phe von Fuku­shi­ma beschloss die Bun­des­re­gie­rung 2011 den Aus­stieg Deutsch­lands aus der Kern­ener­gie. Alle deut­schen Kern­kraft­wer­ke müs­sen dem­nach bis zum Jahr 2022 still­ge­legt wer­den. Für die danach fol­gen­de Pha­se des Abbaus der Anla­gen und der End­la­ge­rung des ato­ma­ren Abfalls waren die Betrei­ber der Kern­kraft­wer­ke ver­ant­wort­lich. Aller­dings bestan­den Befürch­tun­gen, dass die Betrei­ber­un­ter­neh­men unter den zu erwar­ten­den Kos­ten zusam­men­bre­chen könn­ten. Aus die­sem Grund wur­de beschlos­sen, die lang­fris­ti­ge Ver­ant­wor­tung von den Betrei­bern auf den Staat zu ver­la­gern.

Die vier deut­schen Kern­kraft­werk-Betrei­ber E.ON, EnBW, RWE und Vat­ten­fall haben dazu am 3. Juli 2017 den gesetz­lich fest­ge­leg­ten Grund­bei­trag von 17.930.977.226 Euro sowie einen 35 pro­zen­ti­gen Risi­ko­zu­schlag in Höhe von 6.216.875.476 Euro an die Bun­des­bank über­wie­sen. Die­se 24,1 Mil­li­ar­den Euro stel­len den Kapi­tal­stock des Atom­fonds dar. In der Zukunft soll der Fonds die­se Gel­der am Kapi­tal­markt inves­tie­ren und mit Hil­fe der Kapi­tal­er­trä­ge die Suche nach geeig­ne­ten Zwi­schen- und End­la­gern finan­zie­ren.

Die Aus­wahl der Anla­ge­instru­men­te die­ses ers­ten deut­schen Staats­fonds sol­len unter nach­hal­ti­gen Kri­te­ri­en getrof­fen wer­den und müs­sen sich an den ESG (Envi­ron­ment Soci­al Gover­nan­ce) Kri­te­ri­en ori­en­tie­ren. Der Fonds darf damit nur in Unter­neh­men inves­tie­ren, die hohe Stan­dards in den Berei­chen Umwelt, Sozia­les und gute Unter­neh­mens­füh­rung erfül­len.