Berenike Wiener

Berenike Wiener

„Nachhaltige Geldanlagen sind kein Nischenthema mehr. Stiftungen können Nachhaltigkeitskriterien bereits in den Investitionsprozess einbauen und von vornherein ethisch nicht vereinbare Investitionsbereiche ausschließen.“

Head of Sustainable Finance
Stiftung "Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung", Berlin

Berenike Wiener ist seit Juli 2017 bei der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ in Berlin tätig und ist für die Imülementierung der Nachhaltigkeitsstrategie zuständig. Zuvor leitete Sie mehrere Jahren beim Bundesverband Deutscher Stiftungen das Themenfeld Stiftungsmanagement und Corporate Sector. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt lag in der Beratung von Stiftungen in der strategischen Vermögensbewirtschaftung sowie in den Themenfeldern nachhaltige Geldanlagen und Mission Investing. Zuvor war Frau Wiener viele Jahre als Geschäftsführerin im Non Profit-Bereich tätig, wo sie umfassende Personalführungs- und Managementerfahrungen erworben hat.
Neben ihrer Tätigkeit hält sie zahlreiche Vorträge auf nationalen und internationalen Podien, veröffentlicht Publikationen zu finanzwirtschaftlichen Themen und ist unter anderem im Beirat des Global Challanges Index der Börse Hannover.

Neben ihrer Tätigkeit hält sie zahlreiche Vorträge auf nationalen und internationalen Podien, veröffentlicht Publikationen zu finanzwirtschaftlichen Themen und ist u.a. im Beirat des Global Challanges Index der Börse Hannover.

Zur Stiftung:
Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung („Atomfonds“) mit Sitz in Berlin ist eine 2017 gegründete Stiftung des öffentlichen Rechts, die die langfristige Finanzierung der Endlagerung des deutschen Atommülls sicherstellen soll.

Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschloss die Bundesregierung 2011 den Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie. Alle deutschen Kernkraftwerke müssen demnach bis zum Jahr 2022 stillgelegt werden. Für die danach folgende Phase des Abbaus der Anlagen und der Endlagerung des atomaren Abfalls waren die Betreiber der Kernkraftwerke verantwortlich. Allerdings bestanden Befürchtungen, dass die Betreiberunternehmen unter den zu erwartenden Kosten zusammenbrechen könnten. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die langfristige Verantwortung von den Betreibern auf den Staat zu verlagern.

Die vier deutschen Kernkraftwerk-Betreiber E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall haben dazu am 3. Juli 2017 den gesetzlich festgelegten Grundbeitrag von 17.930.977.226 Euro sowie einen 35 prozentigen Risikozuschlag in Höhe von 6.216.875.476 Euro an die Bundesbank überwiesen. Diese 24,1 Milliarden Euro stellen den Kapitalstock des Atomfonds dar. In der Zukunft soll der Fonds diese Gelder am Kapitalmarkt investieren und mit Hilfe der Kapitalerträge die Suche nach geeigneten Zwischen- und Endlagern finanzieren.

Die Auswahl der Anlageinstrumente dieses ersten deutschen Staatsfonds sollen unter nachhaltigen Kriterien getroffen werden und müssen sich an den ESG (Environment Social Governance) Kriterien orientieren. Der Fonds darf damit nur in Unternehmen investieren, die hohe Standards in den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung erfüllen.